"Das ist ein krasses Modell"
 

"Das ist ein krasses Modell"

LÖRRACH. Ein Dutzend Interessierter traf sich im Nellie Nashorn, um sich über das Thema Gemeinwohlökonomie zu informieren – ein Modell, das weg will von Konkurrenz und Gewinnmaximierung. Einige Teilnehmer wollen sich in einer Lörracher Ortsgruppe weiter mit dem Thema befassen.

Das Thema Gemeinwohlökonomie geht zurück auf das gleichnamige Buch des 39-jährigen Österreichers Christian Felber, der Autor und Dozent an der Wirtschaftsuniversität Wien ist. "Ich habe schon viele Bücher gelesen, aber das war das erste, das mich zum Handeln bewegt hat", sagte Martin Graf, einer der Initiatoren der Gruppe. In einer Zeit, in der sich laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung 88 Prozent der Deutschen eine neue Wirtschaftsordnung wünschen, fällt das Buch auf fruchtbaren Boden.

"Das ist ein krasses Modell"

Markus Hurter, Martin Graf, Isabell Schäfer-Neudeck und Lutz Knakrügge (von links) haben die Lörracher Ortsgruppe Gemeinwohlökonomie initiiert. Foto: Thomas Loisl Mink

"Es gibt immer eine Alternative zu dem Kapitalismus, wie wir ihn haben", leitete Lutz Knakrügge sein Referat über Felbers Ideen ein. Gemeinwohlökonomie ist eine Form der Marktwirtschaft, stellte er klar. Doch sie soll weg von Konkurrenz und Profitgier hin zu Solidarität, Kooperation, Menschenwürde und ökologischer Verantwortung. Wirtschaftsbeziehungen sollen funktionieren wie zwischenmenschliche Beziehungen, als Zeithorizont für den Umbau denkt Felber an 30 Jahre.

Was das Gemeinwohl ist, steht indes noch nicht fest, erläuterte Knakrügge. Das soll in einem demokratischen Prozess festgelegt werden, entscheidend dabei aber sind soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Mitbestimmung, Solidarität. Betriebe, die in diesen Bereichen viel leisten, sollen daraus Vorteile etwa steuerlicher Art ziehen können. Felber will auch die zunehmende Spreizung zwischen Arm und Reich aufheben. Das höchste Einkommen soll nicht mehr als das Zehnfache des Mindestlohns betragen, Privatvermögen und Erbschaften sollen begrenzt, der Überschuss als "demokratische Mitgift" abgeführt werden. Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sollen den Beschäftigten oder der Allgemeinheit gehören, alle Bereiche der Daseinsvorsorge wie Bildung, Energie, Mobilität oder Gesundheitswesen vergesellschaftet werden. Konkurrenz zwischen Unternehmen soll einer Kooperation weichen. Demokratische Banken sollen durch Bürger kontrolliert werden, die repräsentative Demokratie wie in der Schweiz durch Element direkter Demokratie ergänzt werden.

Das ist ein krasses Modell, aber es ist ein Modell, an dem es sich lohnt zu arbeiten", meinte ein Teilnehmer. Martin Graf, Inhaber eines Sanitärbetriebs in Tannenkirch, sagte, es gehe um einen Bewusstseinswandel, mit dem man heute anfangen müsse, damit die nächste Generation in einer besseren Welt lebt. Markus Hurter, Inhaber des Hofes Dinkelberg in Schopfheim, hofft, dass Gemeinwohl wie der Biolandbau zu einer Bewegung wird, die nicht mehr aufzuhalten ist. Kritisch sah er den Wegfall der Konkurrenz unter Mitbewerbern. Diese solle durch Transparenz und Nachvollziehbarkeit des unternehmerischen Handelns ersetzt werden, erklärte Graf. Professor Sebastian Feichtmair von der Dualen Hochschule Lörrach ist in anderem Zusammenhang auf Christian Felber gestoßen und hat ihn zu einem Vortrag eingeladen, der am 6. Dezember um 18 Uhr in der Hochschule stattfindet. "Wir leben in einer Zeit, wo man neue Ansätze diskutieren kann, und wir wollen das vor wissenschaftlichem Hintergrund tun", sagte Feichtmair.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von „Gemeinwohl Ökonomie – Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft“.

Unseren ausführlichen Gemeinwohl-Bericht können Sie hier nachlesen.

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